Worte des Monats

          

 

Ein Jahr ist nichts, wenn man's verputzt,
ein Jahr ist viel, wenn man es nutzt.
Ein Jahr ist nichts, wenn man's verflacht,
ein Jahr war viel, wenn man es ganz durchdacht.
Ein Jahr war viel, wenn man es ganz gelebt,
in eigenem Sinn genossen und gestrebt.
Das Jahr war nichts, bei aller Freude tot,
das uns im Innern nicht Neues bot.
Das Jahr war viel, in allem Leide reich,
das uns getroffen mit des Geistes Streich.
Ein leeres Jahr war kurz, ein volles lang:
nur nach dem Vollen misst des Lebens Gang.
Ein leeres Jahr ist Wahn, ein volles wahr.
Sei jedem voll dies gute, neue Jahr.


Autor unbekannt

 

 

L I T E R A T U R

                            EMPFEHLUNGEN

Seit Dezember 2020 füge ich, solange die Pandemie uns das Leben erschwert, jeden Monat ein, wo es sich ergänzt, auch zwei Bücher hinzu; ggf. mit kurzer Einführung. Der Schwerpunkt liegt auf den häufig vergessenen Kleinoden und dem Leben mit der Natur im Jahreslauf. Einige werden immer mal wieder nachgedruckt wie die ersten Bücher, andere finden Sie / findet Ihr eher in Bibliotheken oder dem Gebrauchtbuchhandel. In diesen Zeiten mit eingeschränkten Kontakten und Verunsicherung erscheint mir zu Beginn besonders geeignet:

Christiane Ritter

Eine Frau erlebt die Polarnacht

Mit 8 Aquarellen und 25 Federzeichnungen

Ullstein Sachbuch, 11. Auflage, Frankfurt a.M. 1992

 

Nigel Hinton

Im Herzen des Tals

dtv Verlagsgesellschaft, Reihe Hanser, 15. Auflage 2020

Ein Jahr im Leben der Heckenbraunelle in einem kleinen englischen Tal.

Elke Heidenreich schrieb dazu im Buchtipp für WDR 2:
 
„Ich kann mich nicht erinnern, wann ich in den letzten Jahren ein anrührenderes, ergreifenderes Buch gelesen hätte als dieses.“

„Hinton beschreibt dieses Leben eines Vogels poetisch, liebevoll, unsentimental und erinnert uns an den Zusammenhang von Mensch, Natur, Tier. Es ist eines der schönsten und liebevollsten Bücher, die ich je gelesen habe.“ Elke Heidenreich